SOFT? Taktile Dialoge

Das MoMu präsentiert im Maurice Verbaet Center in Antwerpen die Ausstellung „SOFT? Taktile Dialoge“ und richtet darin zum ersten Mal den Fokus nicht auf die Mode. Die Ausstellung ist Werken belgischer Textilkünstler aus den 1970er und 1980er Jahren aus der eigenen Sammlung gewidmet, die einen inspirierenden Dialog mit zeitgenössischen Künstlern eingehen.

Art mit Textilien

In den 1960er und 1970er Jahren beschäftigten sich sowohl feministische, post-minimalistische, als auch Vertreter der Fiber Art mit Textilien. Die ästhetischen und strukturellen Möglichkeiten, sowie die schöpferische und bedeutungsträchtige Kraft dieses „weichen” Materials übte eine starke Faszination auf sie aus. Durch die intuitiv oder kämpferisch eingesetzte Verwendung von Textilien – einem Material, das traditionsgemäß eher als kommerziell oder industriell eingestuft wurde – geriet die strenge Trennung zwischen der „schönen” und der angewandten Kunst unter Druck. Aufgrund der sexistischen Verknüpfung von Textilien mit „Frauensachen” oder „Dekoration” verwendeten feministische Künstlerinnen gerade dieses Material, um die Machtverhältnisse innerhalb der Kunstszene anzuprangern.   

Belgische Künstlerinnen

Auch belgische Künstlerinnen wie Veerle Dupont, Suzannah Olieux und Liberta Ferket drückten sich in den 1970er un1980er Jahren in Textilien aus. Ihre Arbeiten bilden einen ganz speziellen Teil der MoMu-Sammlung. Das Werk der belgisch-polnischen Textilkünstlerin Tapta, einer etwas bekannteren Vertreterin dieser Generation, ist Bestandteil der „caroline&mauriceverbaetcollection”, einer außergewöhnlichen privaten Kunstsammlung, die sich auf die moderne belgische Nachkriegskunst konzentriert. Obwohl sich die Textilkünstlerinnen oft am Rand der Kunstszene bewegten, waren ihre kontinuierlichen Bemühungen doch von ausschlaggebender Bedeutung für die Akzeptanz von Textilien als Medium zeitgenössischer Kunst. In der Ausstellung „SOFT? Taktile Dialoge” präsentiert das MoMu die Arbeiten dieser ersten Generation zum ersten Mal im Dialog mit zeitgenössischen Künstlern wie Kati Heck, Nel Aerts, Anton Cotteleer, Sven ‘t Jolle, Klaas Rommelaere, Christoph Hefti, Stéphanie Baechler und Kirstin Arndt. Die jüngste Generation drückt sich komplexlos und völlig frei in Textilien aus und kombiniert diese Materialien oft auch mit anderen Medien. Zu Verdanken haben die Künstler diese Freiheit dem Kampf der ersten Generation, der zu einer Veränderung der Perzeption innerhalb der Kunstkritik führte: Die künstlerische Qualität eines Künstlers hat nur wenig mit einem bestimmten Stil oder Medium zu tun, sondern beruht auf künstlerischer Intention.

Die Ausstellung „SOFT? Taktile Dialoge” richtet den Fokus auf die Freiheit, mit der Künstler sich zwischen verschiedenen Medien bewegen, sowie auf die unerwarteten Anwendungen von Textilien, auf taktile Wahrnehmung und Aversion, auf Texturen und die Haut von Skulpturen. Das MoMu gastiert mit dieser Ausstellung im Maurice Verbaet Center in Antwerpen. Die Architektur der 1960er Jahre und das monumentale Treppenhaus des Gebäudes, sowie die Kunstgalerie bilden dabei eine eindrucksvolle Kulisse.

SOFT? Parcours

Im Oktober und November 2018 schließen sich auch PLUS-ONE Gallery, Gallery Sofie Van de Velde, Geukens & De Vil und DMW Art Space der Ausstellung „SOFT? Taktile Dialoge“ an. Außerdem werden in ganz Antwerpen unerwartete Installationen junger Künstler einen Dialog mit den Passanten eingehen.

Suzannah Olieux Welvaart en verval 1975 MoMu Collectie S75154 Photo Vesna Faassen © MoMu Antwerp

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